Wacholderbeeren

Machandel, Räucherstrauch, Feuerbaum

Juniperus communis L.

Der Wacholderstrauch hat viele Namen. Er wächst als Busch oder Baum, der bis zu 12 m hoch werden kann. Wacholder hat stachlige immergrüne Nadeln von blau-grüner Farbe. Aus der Blüte entwickelt sich ein fruchtähnlicher, fleischiger, anfänglich grüner Zapfen, die Wacholderbeere. Die kugeligen Beeren brauchen zwei Jahre bis zur Reife. Sie verfärben sich dann blauschwarz und bekommen eine weintraubenähnliche Haut.

Herkunft

Wacholder ist vor allem in der nördlichen Hemisphäre zu Hause. Das zypressenartig wachsende Nadelgehölz wird gern in Gärten und Parks als Zierstrauch angebaut, meist wächst er aber wild. Besonders in Nadelwäldern und in kargen Heide- und Berglandschaften mit trockenen Sandböden ist er zu finden. Die Gewürzindustrie bezieht den größten Ernteteil heute aus Jugoslawien, in geringerem Maße aus Italien.

Geschmack

Alle Teile des Wacholders riechen stark. Die Wacholderbeeren haben ein harziges Aroma und schmecken bitterwürzig und leicht süß. Ganz oder zerdrückt gehören die Beeren besonders zu Wild und Wildgeflügel, von der Beize bis zum Hasenpfeffer. Auch Schweine-, Hammelfleisch, Sauerbraten, dunkle und derbe Fleischragouts, deftige Aufläufe, Fischmarinaden, Sauerkraut, Rote Bete brauchen das würzige Aroma. Mitgekocht in kräftiger Hausmannskost mildert Wacholder strengen Kohlgeruch und -geschmack. Die Branntwein-Industrie kommt ohne Wacholder nicht aus: Gin, Genever, Steinhäger, andere Wacholderschnäpse und Liköre werden daraus gebrannt.

Heilwirkung

Früher schluckte man die Beeren gegen allerlei Krankheiten. Heute werden Wacholderbeeren immer noch vielseitig verwendet: Kneipp empfiehlt sie in seiner "Kräuterkur" als Wacholderöl und –spiritus, als Einreibung und Hautreizmittel bei chronischen Erkrankungen und Entzündungen. Wacholderöl wirkt bei Magen- und Darmstörungen, Migräne und Herzklopfen.


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